PEFC Initiative
Waldwirtschaft
Holzwirtschaft
Logogenerator
Technische Dokumente
Betriebliche Zertifizierung | Drucken |
Bei PEFC geht es um die Zertifizierung von Waldbewirtschaftung. Deshalb werden Unternehmen der Holzindustrie, die sich für die Zertifizierung entscheiden, keine Vorgaben zu Umweltschutz oder Sozialstandards gemacht. Im Zentrum steht vielmehr die Sicherstellung eines ausgeglichenen Warenstroms. Plakativ ausgedrückt: Es wird ausschließlich vorgegeben, dass der zertifizierte Anteil in Wareneingang und -ausgang übereinstimmt. 

Dabei entsteht ein geringer Aufwand, der meist schon durch vorhandene, innerbetriebliche Prozesse abgedeckt wird und der durch die Vorteile einer PEFC-Zertifizierung, wie beispielsweise einen verbesserten Marktzugang, mehr als wettgemacht wird. Der PEFC-CoC-Leitfaden gibt Auskunft über die notwendigen Schritte. 

Alternativ zu dieser Input-Output-Bilanz bietet PEFC die Möglichkeit der physischen Trennung von zertifizierten und nicht-zertifizierten Rohstoffen. Weil das allerdings für die meisten holzwirtschaftlichen Unternehmen schwierig oder gar unmöglich (z.B. in der Papier- und Holzwerkstoffindustrie) umzusetzen ist, nutzt die große Mehrheit die Prozentsatzmethode

Vor dem eigentlichen Zertifizierungsprozess sind interne Abläufe zu regeln und personelle Verantwortlichkeiten und Kompetenzen zu klären: Ist das Unternehmen jedoch bereits nach ISO 9001 oder 14001 zertifiziert, können die Inhalte dieser Zertifizierungen zu großen Teilen übernommen werden. Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen sollte Kontakt zu einer akkreditierten Zertifizierungsstelle aufgenommen werden. Diese überprüft die Einhaltung des PEFC-CoC-Standards. Dabei werden insbesondere folgende vier Verfahrensstufen kontrolliert: Identifizierung der Herkunft, Berechnung des Prozentsatzes, Übertragung des Prozentsatzes auf den Output sowie Verkauf und Kommunikation.

Regelung von Verantwortlichkeiten und internen ProzessenNachdem die Spitze des Unternehmens sich zur Umsetzung des PEFC-Chain-of-Custody-Standards verpflichtet hat, müssen Verantwortlichkeiten und Befugnisse geregelt werden. Es sind Personen zu benennen, welche für die einzelnen Stufen der Chain-of-Custody (Identifizierung der Herkunft, Prozentsatzberechnung, Übertragung des Prozentsatzes auf den Warenausgang, Verkauf und Kommunikation) zuständig sind. Die Verfahren, einschließlich interner Audits, sind zu dokumentieren und die erforderlichen Aufzeichnungen zu führen. Bei Verwendung eines Qualitäts- (ISO 9001) oder Umwelt- (ISO 14001) Managementsystems können diese PEFC-Anforderungen als erfüllt angesehen werden.

Auswahl einer ZertifizierungsstelleDie Zertifizierung selbst muss durch unabhängige, fachlich kompetente und akkreditierte Zertifizierungsorganisationen erfolgen. Das garantiert die Glaubwürdigkeit der Zertifikate. Da PEFC seit der Gründung Wert auf ISO-Konformität legt, werden die Zertifizierer nicht durch PEFC selbst akkreditiert, sondern die Akkreditierung erfolgt durch die national zuständige Institution, die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS). Teil dieser Akkreditierung ist auch die Feststellung einer ausreichenden fachlichen Kompetenz. Um diese stets auf einem hohen Niveau zu halten, bietet PEFC verpflichtende, jährliche Schulungen an. Die Unabhängigkeit der Zertifizierer zeigt sich am deutlichsten dadurch, dass PEFC Schweiz  weder die Ausstellung noch die Aberkennung des Chain-of-Custody-Zertifikats übernimmt. Diese Aufgaben liegen ausschließlich im Verantwortungsbereich des akkreditierten Zertifizierers.

Identifizierung der HerkunftBevor die ersten Holzmengen im System erfasst werden können, muss die Herkunft der Rohstoffe nachgewiesen werden. Stammt das Holz direkt aus einem zertifizierten Forstbetrieb, so ist die PEFC-Urkunde anzufordern. Stammt das Holz von einem anderen holzwirtschaftlichen Unternehmen, so muss dieser im Besitz eines gültigen CoC-Zertifikats sein. Anschließend werden alle bestehenden Holzlieferanten in der Lieferantenliste mit Angabe von „PEFC-/CoC-Zertifikat“ sowie dessen Gültigkeit erfasst. Bei sämtlichen Lieferungen aus zertifizierten Betrieben müssen Angaben zu Menge (Volumen bzw. Gewicht), Lieferdatum und zertifiziertem Anteil (exakter Prozentsatz) vorhanden sein.

Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass Holz aus umstrittenen Quellen nicht in den Zertifizierungsprozess gelangt.

Berechnung des ProzentsatzesDas Volumen beziehungsweise Gewicht des eingehenden Holzrohstoffs mit Zertifikat muss im betrieblichen Kontrollsystem lückenlos erfasst werden. Darauf aufbauend wird der elementare Prozentsatz berechnet, indem die Menge der „zertifizierten“ Holzrohstoffe (nach PEFC oder einem anderen von PEFC anerkannten Zertifizierungssystem) zu der Menge der „nicht-zertifizierten“ Rohstoffe ins Verhältnis gesetzt wird. Recyclingholz und -fasern – dazu gehören nicht die Sägenebenprodukte – werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Das Gleiche gilt für Nicht-Holz-Material wie Füll- und Streichmittel bei der Papierherstellung.

Übertragung des Prozentsatzes auf den WarenausgangDie Kennzeichnung auf mitgelieferten Dokumenten (Rechnung oder Lieferschein) muss den Kunden, das heißt dem nächsten Glied in der Produktkette, in die Lage versetzen, die eingehenden Holzmengen (Input) als „zertifiziert/nicht zertifiziert“, auch mengen- oder volumenmäßig zu kategorisieren. Auch wenn eine Lieferung ausschließlich zertifizierte Ware enthält, muss darauf in den entsprechenden Begleitdokumenten hingewiesen werden. Das PEFC-Logo im Briefkopf einer Rechnung reicht hierfür nicht aus. Werden in einer Lieferung zertifizierte und nicht zertifizierte Produkte gemischt, muss jede einzelne Position mit einem klaren Zusatz (z.B. PEFC) verbunden werden, der eine Zuordnung problemlos ermöglicht. 

Hinweise zur Kennzeichnung „PEFC" auf Rechungen, Lieferscheinen, ...Betriebe mit einer zertifizierten Chain of Custody und Berechtigung zur Führung des PEFC-Logos können das PEFC-Logo auf Rechnungen verwenden. Auch wenn das Logo nicht verwendet wird, muss aus der Rechnung (oder anderen, den Produkten zugehörenden Dokumenten) klar und unmissverständlich ersichtlich sein, ob die angeführte Ware PEFC-zertifiziert ist oder nicht bzw. welche Artikel / Positionen als zertifiziert zu betrachten sind. Dazu bieten sich folgende unverbindliche Varianten an, aus denen die Betriebe entsprechend ihren technischen Möglichkeiten bzw. Systemanforderungen die geeignetste wählen können. Die Formulierungen sind Vorschläge und können auch geringfügig variiert werden: 

Anführung positionsweise (4 Varianten)

1.
Textvermerk in jeder Position
„PEFC-zertifiziert" (P) bzw. „nicht PEFC-zertifiziert" (N) ohne zusätzliche Hinweise/Erklärungen
2.
Bei jeder Position / jedem Artikel ist ein (P) oder (N) vermerkt und auf der Rechnung findet sich der deutliche Hinweis „(P) ist PEFC-zertifiziert" bzw. „(N) ist nicht PEFC-zertifiziert-->
3.
wenn erst wenige Produkte zertifiziert sind: Kennzeichnung ausschließlich von zertifizierten Artikeln/Waren mit (P) und in jeder Rechnung findet sich der deutliche Hinweis:
„Ausschließlich mit (P) gekennzeichnete Ware ist PEFC-zertifiziert"
4.
wenn PEFC-zertifizierte Produkte überwiegen: Kennzeichnung ausschließlich von nicht zertifizierten Artikeln/Waren mit (N) und in jeder Rechnung findet sich der deutliche Hinweis:
 „Alle angeführten Artikel sind PEFC-zertifiziert ausgenommen jene mit Vermerk (N)"

Getrenntes Anführen je Rechnung (3 Varianten)
1. Rechnungen mit und ohne Logo und strikte Trennung von zertifizierten und nicht zertifizierten Artikeln/Waren
2.
wenn auf jeder Rechnung das Logo abgedruckt ist, findet sich ein deutlicher Hinweis (z. B.):
„Alle angeführten Artikel sind PEFC-zertifiziert" oder „Alle angeführten Artikel sind nicht PEFC-zertifiziert"
3.
(z.B. auf Gutschriften für zertifiziertes Rundholz) „Gutschrift über ......... PEFC-zertifiziertes Rundholz

 


    

 

nach oben